Bergbau in Sachsen

Sachsen ist nicht nur historisch gesehen eine Bergbauregion. Derzeit werden verschiedene Rohstoffe bergbaulich gewonnen und es werden viele Erkundungen vorgenommen. Bergbau umfasst dabei die aktuelle Gewinnung, den Sanierungs- und den Altbergbau. Für den aktiven Bergbau werden "Erze und Spate", "Braunkohle", "Steine und Erden" sowie "Geothermie" unterschieden. Diese Einteilung wird seitens des Sächsischen Oberbergamtes vorgenommen, dessen Aufgaben sind, 
  • die Versorgung mit Rohstoffen zu fördern und zu ordnen, 
  • die Sicherheit der Betriebe und der Beschäftigten des Bergbaus zu gewährleisten, 
  • die Vorsorge gegen Gefahren aus dem Bergbau für Leben, 
  • Gesundheit und Sachgüter zu verstärken und den Ausgleich unvermeidbarer Schäden zu verbessern. 
Grundlage für die Rohstoffförderung und die Tätigkeit der Behörde ist das Bundesberggesetz.
Abbildung 1: 429 Betriebe unterstanden im Jahr 2015 der Bergaufsicht. Etwa die Hälfte befand sich nach damaligem Stand in Betrieb, während für 128 Betriebe Sanierungsmaßnahmen oder Maßnahmen zur Wiedernutzbarmachung durchgeführt wurden (Stand 2015).
 
Bildquelle: Sächsisches Oberbergamt (2016). Der Bergbau in Sachsen. Bericht des Sächs. Oberbergamtes und des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie für das Jahr 2015. Abgerufen unter http://www.oba.sachsen.de/download/2016_11_09_JB2015_Druckfassung.pdf [10.09.2018], S.47
Steine und Erden

Bis auf wenige Ausnahmen fördern alle Betriebe, die unter der Bergaufsicht stehen, Steine und Erden. Denn Sachsen verfügt über bedeutende Lagerstätten für Kiesen und Kiessanden sowie wirtschaftlich gewinnbare Festgesteine zur Herstellung von Schotter und Splitt. 
Wichtig sind auch besonders hochwertige Steine-Erden- Rohstoffe wie Kaolin, Spezialton und Ziegellehm sowie Quarz- und Formsand.  Die 221 Unternehmen unter Bergaufsicht förderten im Jahr 2015 rund 37 Millionen Tonnen. Nach Schätzungen des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie werden in den 50 weiteren Abbauunternehmen, die unter das Bau- und das Immissionsschutzrecht fallen, ca. 7 Millionen Tonnen gefördert.
 
Die Steine-Erden-Rohstoffe fallen eigentlich nicht unter das deutsche Berggesetz und damit nicht unter die sogenannte Bergaufsicht des Oberbergamtes. Die besondere Situation gründet sich auf dem Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Damit sollte ein guter Übergang zwischen den Gesetzgebungen ermöglicht und gleichzeitig ausreichend Baustoffe nach der Wiedervereinigung für die Neuen Bundesländer zur Verfügung stehen.
Tabelle 1: Gewinnung „Steine und Erden“ in Sachsen (unter Bergaufsicht, 2015)
Datenquelle: Sächsisches Oberbergamt (2016) Der Bergbau in Sachsen. Bericht des Sächs. Oberbergamtes und des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie für das Jahr 2015. Abgerufen unter http://www.oba.sachsen.de/download/2016_11_09_JB2015_Druckfassung.pdf [10.09.2018]
Erze und Spate

In Sachsen gibt es aktuell nur eine Gewinnungsstätte von Erzen und Spaten. Das ist das Bergwerk Niederschlag, das in der Gemeinde Bärenstein im Erzgebirgskreis liegt. Abgebaut werden von der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspat GmbH ca. 42.000 t Rohspat pro Jahr (Angaben für 2014). Aus dem Rohspat werden Fluss- und Schwerspat gewonnen. Mit der im Jahr 2013 eröffneten Spatgrube werden nach 21 Jahren ohne Abbau wieder Rohstoffe der Gruppe Erze und Spate abgebaut.
Bewilligungen zur Gewinnung von Bodenschätzen gibt es aktuell drei:
  • "Pöhla (SME)", u.a. Zinn, Wolfram und Silber, 
  • "Schleife B", u.a. Kufper, Blei und Zink,
  • "Zinnwald", u.a. Lithium
In weiteren 17 Projekten arbeiteten Unternehmen im Jahr 2018 an der Erkundung von Erz- und Spatvorkommen. Grundlage dafür sind bergrechtliche Erlaubnisse. Diese gelten für bestimmte an der Erdoberfläche abgegrenzte Felder, Bodenschätze und Rechtsinhaber.
Braunkohle

In Sachsen wird in zwei Regionen Braunkohle abgebaut. Das mitteldeutsche  Revier, das ebenso in das Bundesland Sachsen-Anhalt reicht, liegt in der Umgebung von Halle und Leipzig geht. Die letzten verbliebenen aktiven Tagebaue im mitteldeutschen Revier sind Vereinigtes Schleenhain (Laufzeit nach Rahmenbetriebsplan bis 2040) und Profen (Laufzeit bis 2035), die von der Mitteldeutschen Braunkohlen AG (MIBRAG) betrieben werden.
Im Lausitzer Revier sind die vier aktiven Tagebaue im Besitz der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG): Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg und Nochten und Reichwalde in Sachsen. In den genehmigten Abbaufeldern liegen derzeit rund 825 Millionen Tonnen Braunkohle, von denen 2016 etwa 62 Millionen Tonnen gefördert wurden. Der 2015 planmäßig beendete Tagebau Cottbus-Nord wird derzeit in einen See umgewandelt, den künftigen Cottbuser Ostsee.
Geothermie

Die Geothermie wird zwar im allgemeinen Verständnis nicht zum Bergbau, doch sie nutzt den Bodenschatz Erdwärme. Rechtlich gesehen fallen damit die 12.336 Anlagen, die im Jahr 2015 in Sachsen errichtet waren, unter das Berggesetz.
Quellen

Die Texte beruhen auf Informationen des Sächsischen Oberbergamtes, u.a. in der  Broschüre "Der Bergbau in Sachsen" sowie den Webseiten www.oba.sachsen.de sowie www.bergbau.sachsen.de
Dort finden Sie auch weitere Informationen. Karten und Tabellen zu Erkundungs- und Bergbauvorhaben werden mehrmals jährlich aktualisiert.


Letzte Änderung:
26.06.2019
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