Abbau von Eisenerz in Deutschland

In Deutschland kann kein Eisen aus den vorhandenen Lagerstätten wirtschaftlich gewonnen werden. Die Qualität der einheimischen Eisen-Lagerstätten kann nicht mit den international abgebauten, hochgradigen Erzen konkurrieren. Nur in Porta Westfalica wird noch Eisenerz abgebaut, allerdings wird dieses aufgrund des geringen Gehalts nur als Zement-Beischlag verwendet [3].
Stahlproduktion in Deutschland

Allerdings ist Deutschland mit einem Anteil von 26% (2016) Europas größter Stahlproduzent und auch weltweit mit einer Stahlproduktion von 2,6% nach China, Japan, Indien, USA, Russland und Südkorea auf dem 7. Platz.
Die deutsche Stahlproduktion ist im Jahr 2016 mit 41,2 Millionen Tonnen um 1,4% gegenüber dem Vorjahr gesunken und der Umsatzerlös lag bei 35,1 Milliarden Euro (7,1% weniger als im Vorjahr). Die Verwertung von Alteisen trug 42,6% zur Stahlproduktion bei (2016).
Deutschlands Eisenbedarf wird zu 100% aus dem Import gedeckt. Im Jahr 2016 wurden mehr als 41 Millionen Tonnen importiert. Mehr als die Hälfte des Erzes kommt dabei aus Brasilien, gefolgt von Kanada, Südafrika und Schweden [1]. Weitere Informationen u.a. zu den Importdaten bieten der BGR-Bericht, Deutschland - Rohstoffsituation 2016 [1] und die Statistiken der Wirtschaftsvereinigung Stahl [4].
Deutschland ist in Europa auch größter Verbraucher von Stahlerzeugnissen, der Verbrauch lag 2016 bei etwa 40 Millionen Tonnen [1] und damit auf dem 6. Platz hinter China, den USA, Indien, Japan und der Republik Korea.
Mehr als ein Drittel des Stahleinsatzes in Deutschland wird im Baugewerbe benötigt, der Rest verteilt sich auf die Automobilindustrie (26%), Maschinenbau (11%), Bedarf für Metallwaren (12%), Fertigung von Rohren (9%) und sonstige Anwendung und Haushaltswaren (Rest) [1].
In der stahlerzeugenden Industrie waren in Deutschland rund 85.000 Beschäftigte in 6.000 Firmen tätig [4].
Abbildung und Tabelle zeigen die größten Stahlproduzenten Deutschlands - Spitzenreiter ist ThyssenKrupp Steel Europe mit 9,7 Mio. t (Millionen Tonnen) Rohstahl im Jahr 2016.
Bildquelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl (2018), Statistiken, Webseite, URL: https://www.stahl-online.de/index.php/statistiken/ (letzter Zugriff: 22.08.2018)
Der Stahlpreis liegt aktuell (Stand 22.Juni 2018) bei etwa 350$/Tonne für Stahlschrott und 530$/Tonne für Betonstahl [5].
Die täglichen Preise und andere Informationen können unter [5] nachgelesen werden.
Quellen

[1] BGR – Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (2017): Deutschland – Rohstoffsituation 2016. – 190 S.; Hannover.

[2] Website des amerikanischen geologischen Dienstes (USGS), URL: https://minerals.usgs.gov/minerals/pubs/commodity/iron_&_steel/, letzter Zugriff am 22.06.2018.
[3] Website der Barbara Erzbergbau GmbH in Porta Westfalica, URL: http://www.barbara-rohstoffe.de/, letzter Zugriff am 22.06.2018.
[4] Webseite der Wirtschaftsvereinigung Stahl (2018), Statistiken, URL: https://www.stahl-online.de/index.php/statistiken, letzter Zugriff: 22.08.2018
[5] Website Stahlpreise.eu - der Stahlpreisentwicklung auf der Spur, Themenseite aktuelle Stahlpreise, URL: https://www.stahlpreise.eu/2018/02/aktuelle-stahlpreise-pro-tonne-1000-kg22.html, letzter Zugriff am 22.06.2018.


Letzte Änderung:
29.06.2019
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